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Die Feigheit der Genossen am 1. Mai

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Christian Kumhofer
Christian Kumhofer
29 April 2020

⁣Genossen!

Jedes Jahr werft Ihr Euch todesmutig in die Schlacht am 1. Mai, marschiert Ihr in den Städten und Gemeinden und singt das Hohelied der Arbeit, ruft zum letzten Gefecht auf. Auf den Straßen wart Ihr, habt für angepriesene Ideale gekämpft, die doch längst Realität wurden. Das Resultat: Gähnende Erfolglosigkeit, denn Eure rote Revolution hat längst ihre – zugebenermaßen aufgeschwemmten – Kinder gefressen. Ja, die Gegenwart hat Euch überrollt und am Ende blieb nur mehr der Maimarsch der Museumswärter einer längst vergangenen Ideologie und ihrer antiquierten, verstaubten Rituale. Ich erinnere mich gerne: Das verwackelte Aufbäumen der Gehhilfen und Krücken unter dem Motto: Rollatoren der Welt, vereinigt Euch. Und immer wieder dasselbe Bild einer Nomenklatura aus aufgefressenen Funktionären am Balkon, die mit roten Schnäuztüchern in die krächzende Masse der Entrechteten winkten und ein zartes „Freundschaft“ brüllten. Erbschaftsteuer, Vermögensteuer, Reichensteuer, Totensteuer – die letzten Versatzstücke Eures politischen Unterbaus, Jahr für Jahr aus der Mottenkiste der Geschichte, einst prall gefüllter Giftschrank einer stolzen Bewegung, geholt. Und heuer, im Mai des Jahres 2020, wo Ihr tatsächlich erstmals seit 70 Jahren wieder einen tatsächlichen, eine ehrenwerten Grund für Euren Aufmarsch gehabt hättet, versteckt Ihr Euch mit Euren vertrockneten roten Nelken und den zu Grippemasken umfunktionierten ausgewaschenen Schnäuztüchern feig hinter den Bildschirmen Eurer Computer, zittert wie Espenlaub vor den Menschen und dem Virus. Statt aufrecht zu marschieren, das Recht der Leistungsträger zu erkämpfen beschränkt Ihr Euch dieses Jahr auf eine emotionslose Teleprompterlesung frei nach Karl Marx. Ihr dreht Eure Runde nicht mehr am Ring, dafür dreht sich die Urne von Kreisky im Kreis. Heuer, wo mehrere Millionen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen leben müssen, an der Armutsgrenze entlang schrammen, Unternehmer reihenweise in eine unverschuldete Insolvenz schlittern, ja genau in diesem Jahr, wo alle Leistungsträger unseres Landes tatsächlich durch die Politik im Stich gelassen und geschädigt werden, sandelt ihr Rolex-tragenden Couchpotatoes, Ihr billigen Schönwetter-Sozis in Euren nicht sitzenden Nadelstreifanzügen und den grauen Gefängnisröcken im Wohnzimmer herum und wollt die Welt retten. Mit der geballten Faust in der Hosentasche singt ihr die Internationale in den Äther des Internetuniversums. Die Menschen lasst Ihr im Stich, die seelenlosen I-Pads wollt Ihr gewinnen. Ein Hoch dem 1. Mai und ein schnelles Ende Euch traurigen Gestalten. Freundschaft!

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